Die Geschichte des FSV Wutha-Franroda


Einleitung Fußball hat einen Stand erreicht, der weiteste und breiteste Bevölkerungsschichten in seinen Bann gezogen hat und ständig mehr Menschen begeistert. Wie auch in Wutha-Farnroda, wo der Fußball von 1922 an hoch im Kurs steht, auch wenn er eine wechselvolle Geschichte mit Höhen und Tiefen sowie mehrmaliges Auf und Ab durchlebte. Die "Geschichte des Fußballs in Wutha-Farnroda" soll nun hier, Ihnen ein wenig näher gebracht werden. Dazu ist natürlich die Vorgeschichte unseres 1992 gegründeten FSV Wutha-Farnroda von Interesse.

Die historische Grundlage für die Zeit von 1900-1992 legte ein Buch von Dr. Horst Herrling anlässlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums 1997, mit dem Titel: "75 Jahre Fußball in Wutha-Farnroda"!

1900 - 1920 Diverse Turnvereine als "Vorläufer" des Fußballvereins

Das heute als Spitzensport in der weiten Welt einzustufende Fußballspiel löste vor Beginn des 20. Jhd. auch in Deutschland seine Faszination aus. So wurden auch Farnrodaer und Wuthaer auf das Spiel mit dem "70 cm an Umfang messenden" Lederball aufmerksam. Sporttreibende junge Männer hielt es nicht mehr nur in den Sätteln ihrer Sporträder, auf den Ringmatten oder am Reck fest - nein, jetzt liefen Sie über den grünen Rasen dem runden Leder nach. Das war der Anfang der eigentlichen Geschichte des Fußballs in Wutha-Farnroda!

1921 - 1936 Sportverein (SV) Wutha & Farnrodaer Turnverein (3.Kreisklasse)

Im Jahre 1922 bildete sich im Farnrodaer Turnverein die Sparte Fußball, die als "Fußballverein" eine gewisse Selbstständigkeit erlangte und sehr bald am Spielbetrieb teilnahm (3.Kreisklasse - heutige KL). Annähernd gleich entwickelte sich in Wutha der Fußball, nur das die Wuthaer schon damals einen festen Fußballplatz ihr Eigen nennen konnten! Mitte der 20er Jahre kam der Fußball in Farnroda zu einer gewissen Blüte und in Wutha war Beständigkeit eingekehrt.
Die jeweils 1.Mannschaften pflegten regen und sportlich-fairen Spielbetrieb. Es ist nicht überliefert, ob Farnroda und Wutha überhaupt je gegeneinander antraten. Wahrscheinlich ist es, dass man sich bis zur Auflösung des Wuthaer Fußballs 1936 aus dem Wege ging. 1928 baute man am unteren Ende, nahe dem "Grenzübergang" zu Wutha, den ersten richtigen und ständigen Fußballplatz, welcher noch heute unsere Spielstätte ist. Als dann 1933 das "3.Reich" ausgerufen wurde, kam der Arbeitersport (Fußball) unter den Hammer. Fußball adè - 1933!!!

1936 - 1945 Turn- & Sportverein (TSV) Farnroda (2 & 3.Kreisklasse)

Sport- und Fußballbegeisterte Farnrodaer gingen 1936 daran mit der Gründung eines neuen Sportvereins, vor allem das Fußballspiel zu beleben. Der neue Verein führte den Namen TSV Farnroda, aber eigentlich wurde er nur TuSpo genannt. Es wurden eine Sparte Fußball und eine Sparte Turnen gebildet.
Mit den 3 neuen Mannschaften musste man ganz unten starten. Die 1.Mannschaft wurde in die 3.Kreisklasse eingereiht, die 2. spielte in der Staffel der so genannten Reserven und für die Jugendelf gab es auch schon einige Meisterschaftsspiele. 4 Jahre war TuSpo's Erste in der 3.Klasse zu gange, als 1940 der Aufstieg in die 2.Klasse gelang, wo Vereine wie der SV Thal, TSV Schwarzhausen, Meteora Waltershausen und Reichsbahn Eisenach die Gegner waren. Leider war es den Farnrodaern nur wenige Jahre vergönnt Fußball in der 2.Klasse zu spielen, denn der Krieg lies geregelten Spielbetrieb nur noch bis 1941/42 zu.

1946 - 1948 SG "Eintracht" Farnroda (Allg. Kreisklassenfußball / 1.KK)

Aus Krieg und Gefangenschaft mit kürzerer Dauer kehrten 1945/46 auch Fußballspieler nach Farnroda und Wutha heim. Einige neue Gesichter kamen mit den Umsiedlern ins Erbstromtal. Immerhin standen Anfang 1946 so viele Fußballer zur Verfügung, dass eine durchaus spielstarke Mannschaft zu den ersten Spielen auflaufen konnte, wenn diese auch noch ein wenig sporadisch abgelaufen sind.
Der Fußballplatz mit den noch vorhandenen Toren konnte sogar wieder in fußballerischen Besitz genommen werden. Umkleidekabinen und Geräteschuppen gab es nicht mehr, Sportkleidung war rar und neues nicht aufzutreiben. So wurden 1946 Sportgemeinschaften (SG's) unter Leitung des FDGB gebildet. In Farnroda gründete man die SG "Eintracht" mit der einzigen Sportdisziplin, Fußball. Gespielt wurde in der Zeit des Wiederbeginns zunächst nur gegen Mannschaften aus der näheren Umgebung, u.a. Thal, Mosbach, Eisenach-Ost, Ruhla und Schmerbach.

1949 - 1953 BSG TEWA Farnroda (1949-1952 1.Kreisklasse; ab 1952 Bezirksklasse)

Mit der Gründung der DDR 1949 bekam auch der Fußball-Wettkampf ein neues Gesicht! Es wurde nun um einen Kreismeister gespielt. Ab da standen alle im Kreis beheimateten Mannschaften der 1. und 2. Kreisklasse an. Aber es wurden bald darauf auch Bezirksklassen und Landesligen gebildet, für die man sich in Meisterschafts- und Qualifikationsspielen beweisen musste.
In den Jahren von 1949 an nahmen größere und mittlere volkseigene Betriebe den Sport unter ihre Schirmherrschaft und standen mit finanzieller sowie materieller Unterstützung den Vereinen bei. Die bisherige "Eintracht" ging eine Verbindung mit dem Niet- und Nagelwerk (TEWA) ein.
Bis zum Spieljahr 1951/52 gehörte "TEWA" der 1.Kreisklasse des neu strukturierten Großkreises Eisenach an. 1952 gelang der Gewinn der Kreismeisterschaft und als erster der Aufstiegs-Gruppe West rückte Farnroda in die Bezirksklasse auf.

1954 - 1965 BSG "Motor" Wutha/Farnroda (Bezirksklasse)

Schon wieder ein neuer Name für den Fußballverein in Wutha und Farnroda, was mit dem Wechsel der Schirmherrschaft zum VEB Landmaschinenwerk Wutha zusammenhing. Ab diesem Zeitpunkt war nun Bezirksklassenfußball angesagt. Die Wutha/Farnrodaer Fußballmannschaft gehörte nun über 12 Jahre hinweg zu den Leistungsbesten der Weststaffel des Bezirkes Erfurt, erreichte eine hervorragende Stabilität und geriet nie in Abstiegsnähe. Man brachte beständig Zuschauer in Scharen auf die Beine (durchschnittlich ca. 500). Höhepunkte waren Meisterschaftsspiele gegen Waltershausen, Tambach-Dietharz, Post Mühlhausen, Aufbau, Lok und Empor Erfurt und später auch Schmerbach! Den Stamm der Mannschaften der ersten Bezirksklassenjahre bis Mitte, Ende der 50er Jahre bildeten die Spieler der Kreismeister-Elf von 1952/53, also die Schmidt, Henning, Peter, Zimmermann, Giese, Biehl, Gies, Kroll, Fischer und Danz!
Bald kamen aber neue Gesichter hinzu, die schon eine neue Fußballgeneration verkörperten. Es waren u.a. die Brüder Füldner, Bernd Baumbach, Eberhard Leyh, Gerhard Grumbein, Dieter Weidner, K.-H. Höhn, H.-J. Horn, Rudi Trautvetter, Rudi Bräunlich, Baake, Jenner, Gatztka, Dachmann, Wattenbach, Herbert Klapp, Rolf Creutzburg, Martin Lang, Horst Hartung, Helmut Möller und Rainer Quendt.
Nach 12 Jahren 1964/65 geriet die Motor-Elf ins Hinterfeld und musste die Bezirksklasse verlassen.

1966 - 1973 BSG "Petkus" Motor Wutha/Farnroda

1965/66 - 66/67 1.Kreisklasse
1967/68 - 70/71 Bezirksklasse
1971/72 Bezirksliga
1972/73 Bezirksklasse

1966/67, zwei Jahre nach dem Abstieg hatte die Motor-Elf die starke TSG Ruhla abgeschüttelt und war Kreismeister geworden. Im Jahr 67/68 schaffte man das Ziel Klassenerhalt in der Bezirksklasse, aber dann kamen drei Jahre Fußball mit Bezirksklassenniveau.
Nach vorderen Plätzen (68/69 Dritter, 69/70 Siebter) stieß man in der Saison 70/71 mit Platz 2 zur Spitze vor. Dieser 2.Platz war ein Platz mit geheimen Hoffnungen. Die Eventual-Variante wurde Realität, zwar war noch eine Qualifikationsrunde zu spielen, welche aber die Motor-Elf mit Bravour löste.
An diesem bis dato größten Erfolg hatten Anteil: Klaus Kolditz (Trainer), Volkmar Niebergall (ÜL), Klaus Schwanke (ÜL), Rudi Schwan (Masseur), Lothar Weber (Kassierer), Heinz Henschel (Mannschaftsleiter), Karl Fischer (Platzwart) und die Spieler Kurt Schwertz, Eberhard Leyh, Wolfgang Sommerer, Hartmut Fischer, Günther Schlenzig, Rudi Bräunlich, Heinz Konhäuser, Dieter Wenk, K.-H. Höhn, Erich Babkowski, Jochen Dachmann, Klaus Haupt, Erhard Fischer, Eberhard Litzkow und Gerd Göpel!

Im 1.Jahr Bezirksliga 71/72 (3.höchste Liga der DDR!!!) hatte diese Mannschaft einen schweren Stand gegen Gegner wie Motor Eisenach, Motor Gotha, TSG Apolda, RWE II usw.
Immerhin 9 Siege, 7 Remis, aber 14 Niederlagen wurde erreicht, was einen eigentlich noblen Punktestand von 25:25, aber zu wenig um die Liga zu halten.
Im Folgejahr gelang aber der direkte Wiederaufstieg aus der Bezirksklasse und das in einer sehr überzeugenden Art und Weise (40:12 Pkt. und 69:14 Tore)!

1974 - 1986 BSG Petkus Wutha

1973/74 Bezirksliga
1974/75 - 1978/79 Bezirksklasse
1979/80 - 1982/83 1.Kreisklasse
1983/84 2.Kreisklasse
1984/85 - 1985/86 1.Kreisklasse

Den Anforderungen der höheren Liga stellten sich unter Trainer Klaus Kolditz folgende Spieler:

Babkowski, Vockenberg, Schwanke, Vogelsang, Baumbach, Sommerer, Patz, Carus, Rödel, Fritsche, Schreiber, Schnetter, Bach, Bauch, Heitmann, Haupt, Schwertz, Kullmann, Leyh, Arndt, Bräunlich, Göring, Fischer, Konhäuser, Henning, Heller, Dachmann, Kaubitsch, Mühlberg, Apostel, Schülert, Hoffmann, Arnold, Dietrich und Hornaff!

Aus diesem großen Spielerreservoir kamen 36 Spieler in 30 Spielen zum Einsatz, was die Misere zeigt! Keine Stabilität und der ständige Wechsel der Aufstellung.
Wiederum wie 2 Jahre zuvor konnte die Bezirksliga nicht gehalten werden. Diesmal waren die Leistungen schwächer als beim 1.Anlauf. Zu groß war der Leistungsabfall der Petkus-Elf gegenüber allen anderen Liga-Mitgliedern.
Die Bezirksklasse hatte sie wieder - es wurde ein schweres Jahr für den nur mittelmäßige Leistungen bringende Bezirksligaabsteiger. Man blieb im Hinterfeld (9.Platz von 14 Mannschaften)!
Auch die nächsten Jahre blieb man im Mittelfeld der Bezirksklasse. 1975/76 (5.Platz), 1976/77 (5.Platz), 1977/78 (10.Platz) und 1978/79 (13.Platz) was zugleich der Abstieg bedeutete!

Nun folgte nach 14 Jahren Bezirks-Niveau 1979/80 wieder Kreisklassenfußball auf dem Farnrodaer Sportplatz, welcher schon seit geraumer Zeit über ein schmuckes und gut besuchtes Vereinsheim (Baracke) verfügte.
Nun waren wieder Mannschaften aus dem Heimatkreis Eisenach als Gegner zu sehen. 3 Jahre mühte man sich um eine Leistungsverbesserung - im 4.Jahr 1883/84 musste man sogar in die 2.Kresiklasse hinunter!
Den Aufstieg in die 1.Kresiklasse brachte man in der darauf folgenden Saison schnell wieder zuwege und spielte nun wieder 1.Kreisklasse.
Zu dieser Zeit gehörten zum Mannschaftskreis: Babkowski, Lang, Möller, Dietrich, J.Reusche, Hubert Langlotz, Fries, Raber, Rommel, R.-D. Rudloff, H.-G. Rudloff, Hartmut Langlotz, Schlothauer, Heß, Riede, Th.Reusche!

1987 - 1992 BSG Petkus Wutha-Farnroda

1987/88 - 88/89 1.Kreisklasse
1989/90 - 91/92 Bezirksklasse

1987 bekam aus kommunalpolitischen Gründen der Vorgänger unseres Vereins schon wieder einen neuen Vereinsnamen! Aus BSG Petkus Wutha wurde BSG Petkus Wutha-Farnroda.
Trotz dessen spielte die 1.Mannschaft immer noch im Kreis. Aber in der Saison 88´/89´ sollte der Aufstieg nach 10 Jahren Abwesenheit in die Bezirksklasse geschafft werden.
Grundlage waren die beiden zu bestreitenden Aufstiegsspiele gegen Schmerbach, welche die Petkus-Elf besonders im Rückspiel in Wutha-Farnroda mit einem 6:1 für sich entschied.

Im ersten Spieljahr 89`/90` stand Petkus nach 24 Spielen mit nur 5 Siegen, 6 Unentschieden und 12 Niederlagen nur auf Platz 12 von 13 Mannschaften. Das wäre der Abstieg gewesen, wenn nicht viele Mannschaften durch die Wirrnisse der Wendezeit aufgegeben hätten.
In der Saison 1990/91 standen den Wutha-Farnrodaern neue Gegner gegenüber. Aber die Instabilität des Spielverkehrs machte sich nachteilig bemerkbar, so schieden 2 Mannschaften während der Saison aus und die Petkus-Elf hatte mit seinem 11.Platz noch einmal Fortune und konnte ein weiteres Jahr Bezirksklasse spielen.
1991/92 gab es wiederum neue Spielpartner (veränderte Staffeleinteilung), wie z.b. Kirchheim, Schlotheim, Gebesee, Waltershausen, Tambach-Dietharz usw.
Da alle guten Dinge nun mal "Drei" sind, blieb am Ende nur ein Abstiegsplatz und man orientierte sich wieder dem Kreisklassefußball zu.


Rückblick auf den Jugendfußball - In den Jahren des sich entwickelnden und stabilen Betriebssport nahm auch und insbesondere der Schüler- und Jugendfußball guten Aufschwung. Es waren immer wieder engagierte Erwachsen zur Stelle, die sich den jungen Fußball-Aspiranten annahmen und ihr Talent und die Fähigkeiten ausbildeten.
Wutha-Farnroda brachte im Nachwuchsbereich an die 100 Spieler auf die Beine und besetzte alle Klassenstufen mit gut aufspielenden Mannschaften. In den 80ern waren es die Kinder-, Knaben-, Schüler-, Jungend- und Juniorenmannschaften die im Kreis am Spielbetrieb teilnahmen.
Aber: Die ohne Umschweife lobenswerte Jungend-Arbeit unter der Fahne der BSG Petkus erhielt um die "Wendezeit" einen empfindlichen Dämpfer. So war Sparsamkeit dringendes Gebot, und man reduzierte seine Unterstützung auf ein Minimum. Der Jugend-Fußball kam zum erliegen.

Deshalb ging im Frühsommer 1992 für den Fußball in Wutha-Farnroda eine Ära im doppelten Sinne zu Ende. Erstens der Abstieg aus der Bezirksklasse und zweitens der brachliegende Jugendfußball, die die Ausgliederung des Fußballs aus der Sportgemeinschaft (BSG Petkus) in Gang brachten!

9. Juli 1992 Gründung des FSV WUTHA-FARNRODA e.V.

Zum 6. Male im Laufe von 70 Jahren wurde in Wutha-Farnroda ein Verein ins Leben gerufen, der sich dem Fußballspiel widmet!
Am Donnerstag, den 9.Juli bildete sich der Fußballsportverein (FSV) Wutha-Farnroda, der die gute Tradition des Wuthaer und Farnrodaer Fußball fortzusetzen gedachte!
Im Vereinsheim am Sportplatz gründeten 45 Sportfreunde den FSV und wählten in den Vorstand.

1.Vorsitzender: Jens Reusche

2.Vorsitzender: Erich Babkowski

Schatzmeister: Johannes Kollek

Schriftführer: Andreas Babkowski

Beisitzer: Gerhard Grumbein, Gerald Schneider,Jörg Schlothauer, Jürgen Heitmann

Pressewart: Mike Langlotz

Jugendwart: Peter Göring

Kassenprüfer: Jörg Simon & Peter Möller

Die Hauptaufgabe des neuen Vorstandes war es nun, sich ohne zu Zögern dem Wiederaufbau und einer schnellen Entwicklung des Fußballs unter Kindern, Schülern und Jugendlichen zu widmen, ohne eine Niveauanhebung im Männerbereich etwa hinten anzustellen.

Saison 92'/93' 1.Männermannschaft - Kreisliga
2.Männermannschaft - 1.Kreisklasse
C,D,E-Junioren - Kreisliga